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Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft
zusammengestellt von Dr. Uwe Meya

6. Januar 2022
Behörden lassen über 30 m hohe Buddha-Statue zerstören
Behörden in Dragko im Osten Tibets haben eine über 30 m hohe, erst vor 6 Jahren errichtete Buddha-Statue aus Bronze abreissen lassen. Dazu wurden auch 45 Gebetsräder und zahlreiche in der Nähe angebrachte Gebetsflaggen zerstört.

Die Statue war im Jahre 2015 errichtet worden, um Erdbeben wie dasjenige, das die Region 1973 erschüttert hatte, abzuwehren. Die Kosten für die Errichtung der Statue beliefen sich auf umgerechnet ca. CHF 6 Millionen und sollen durch Spenden der lokalen Bevölkerung getragen worden sein. Der Wert der zerstörten Gebetsräder wird auf nochmals umgerechnet ca. CHF 260'000 beziffert.

Angeblich sei die Statue damals mit Genehmigung der lokalen Behörden errichtet worden. In den letzten drei Jahren seien Inspektoren erschienen und hätten die Grösse der Statue bemängelt. Der Abriss erfolgte nach Widerruf der Genehmigung, nun mit der Begründung, die Statue sei zu gross. Die Zerstörung der Gebetsräder erscheint damit aber immer noch willkürlich.

Erst im November war am gleichen Ort die Gaden Rabten Namgyaling Schule auf behördliche Weisung abgerissen worden [vergl. Tibet-Information vom 8. November 2021; UM]. Das Gebäude habe gegen ein Gesetz verstossen, das Schulbauten in dieser Zone nicht erlaubt. Die Schulleitung wurde aufgefordert, innerhalb von 3 Tagen selbst Hand an den Abriss zu legen, sonst würde die Schule durch die Regierung abgerissen und alles Inventar beschlagnahmt.

Die Schule stand unter der Leitung des Klosters Dragko und bot Schülerinnen und Schülern Ausbildung in tibetischer Kultur und Religion. Zwischen 2014 und 2018 war das Gebäude renoviert worden.

Bilder der Statue: https://tibet.net/cultural-revolution-like-crackdown-china-demolished-a-sky-high-buddha-statue-and-45-huge-prayer-wheels-in-drakgo-tibet/, Bericht in tibet.net vom 28. Dezember 2021

China unterhält grosses Netz zur Desinformation
Miburo, nach eigenen Angaben ein Analyse- und Beratungs-Unternehmen, das sich auf die Erkennung von Desinformation und Extremismus spezialisiert hat, veröffentlichte einen ausführlichen Bericht über ein der chinesischen Kommunistischen Partei zugeschriebenes Netzwerk zur Verbreitung von Falschinformationen in sozialen Netzwerken. Dahinter stehe eine Entität, von den Autoren «Spamouflage» genannt, die im grossen Stil operiert und schon vor 2 Jahren mit Verbreitung von chinesischer Propaganda in sozialen Medien auffiel.

Miburo identifizierte insgesamt 2’009 Benutzerkonten, 1’632 auf Facebook, 319 auf YouTube, and 60 auf Twitter, die sich den üblichen Identifikationssystemen der Anbieter für Desinformation entziehen. Wird ein Konto dennoch erkannt und gelöscht, erscheint kurz darauf ein neues. Die Konten vernetzen und kommentieren sich jeweils untereinander und täuschen so eine hohe Zahl von interessierten Nutzern und Nutzerinnen vor.

Das Netz ist mit Details der jeweiligen Verbindungen und Themen unter dem u.a. Link abgebildet. Thematisch widmet sich das Netz vor allem 4 Bereichen:

  • Abstreiten von Menschenrechtsverletzungen gegen die uigurische Nationalität in Ost-Turkestan (chin. Provinz Xinjiang),
  • Gegen Taiwan gerichtete Propaganda mit der Behauptung, der Westen verwende Taiwan zur «Destabilisierung», und Schlechtreden von Taiwans Rolle in internationalen Organisationen wie UNO und WHO,
  • Fälschlich positive Darstellung von Chinas Bewältigung der Covid-Pandemie und der Wirksamkeit chinesischer Vakzine
  • Propaganda-Inserate der Kommunistischen Partei ohne entsprechende Hinweise auf deren Charakter, speziell über die angeblich «patriotischen Unterstützung» für Hongkong.

https://miburo.substack.com/p/spamouflage-survives, 22. Dezember 2021

New York Times, 22. Dezember 2021